Keine Toleranz der Intoleranz: Hassrede ächten durch Berichterstattung + IMV News, IMV Newsletter Juli 2017

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat am 29./30.06.2017 zur Fachtagung über Hass im Internet unter dem Hashtag #NetzOhneHass eingeladen (in Kooperation mit MESH Collective). Es wird eine Dokumentation der sehr beachtenswerten Referate der Keynotes-Speaker Dr. Ulf Buermeyer und Dipl. Psych. Dorothee Scholz sowie der Workshopleiter (u.a. Franzi von Kempis, Raul Aguayo-Krauthausen) geben, über die wir dann auch informieren wollen. https://www.facebook.com/meshcollectivede https://twitter.com/search?q=%23netzohnehass&src=typd Bei der Tagung waren viele relevante Gruppen und Einzelpersonen versammelt, die sich dem Kampf gegen Extremismus jedweder Art widmen, der zunehmend seine Kommunikation ins Netz verlagert bzw. aus dem Netz gespeist wird. Es gab Fachvorträge zu den Implikationen des Netzdurchsetzungsgesetzes, dessen Stärken wie Schwachpunkte herausgearbeitet wurden, über psychologische Mechanismen, die Hassrede als Projektionshandlung für andere Ängste entlarvten, sowie Workshops zu möglichen und unmöglichen Gegenstrategien und auch kniffligen polizeilichen wie juristischen Fragestellungen über die Grenzziehung zwischen Meinungsfreiheit und strafbaren Handlungen. Die Forderung nach „digitaler Solidarität“ sollte noch genauer gefasst werden, denn nicht selten fällt man auf die Inhaltsbehauptungen von Hetzern herein und geht diesen nach, anstatt zu hinterfragen, was die Funktion der Strategien sein könnte und wovon die Themensetzung evtl. oder ganz sicher ablenken soll. Die Tendenzen zur Reduktion von Komplexität, die sich in einfachen Weltsichten und vermeintlichen Lösungen und gefährlichen Feindbildern äußern, werden Medien, Mediennutzer und Medienpädagogen weiter beschäftigen – und hoffentlich auch Juristen, wenn strafrechtliche Bereiche erreicht werden (wobei die Beweise vielleicht nicht gelöscht werden sollten)! http://www.bpb.de/presse/251247/netz-ohne-hass-tagungswerk-berlin-29-06-2017 

IMV News Am 30.06. hat das Oberlandesgericht Saarbrücken zugunsten der Berichterstattung von Sabine Schiffer im Deutsch-Türkischen-Journal (sowie der Berichterstattung der taz) zur Morddrohung durch den Unternehmensberater Schritter entschieden. Passend zum Thema der Bundeszentrale (s.o.) wurde im Sinne der Stärkung der Pressefreiheit und zuungunsten von Hetzern entschieden. Man darf Täter beim Namen nennen, zumal im konkreten Fall der Hassposter dies unter seinem Klarnamen tat. Hintergrundinfos finden Sie hier: Artikel von Sabine Schiffer: http://demo.dtjonline.de/akif-pirincci-shitstorm-mordaufruf-32794 Artikel von Martin Reeh: https://www.taz.de/Rechtspopulismus-im-Internet/!5037014;m/ Artikel von Jens Wernicke über die juristische Verfolgung der Berichterstattung: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22051 Neuester taz-Artikel zum Urteil: http://www.taz.de/!5425892/ und hier der SR über das Urteil: http://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=51925 ca. ab Minute 6:35. In Kürze werden auch noch Interviews zum Thema erscheinen.

Das IMV braucht Unterstützer. Um unsere Arbeit weiter nachhaltig leisten zu können und gleichzeitig unabhängig zu bleiben, brauchen wir mehr Mittel, um unsere vielfältigen Tätigkeiten (Medienanalyse, Fortbildungskonzepte, Kommentare und Blogeinträge zu aktuellen medienrelevanten Themen, Interviews…) in gewohnter Qualität und mit stets kritischem Blick ausführen zu können. Falls Sie unseren Förderkreis und dessen Anliegen, diese Arbeit zu ermöglichen, noch nicht kennen, so werfen Sie doch bitte einen Blick auf dessen Website: www.medienverantwortung-foerderkreis.de. Der Vorstand gibt auch gerne Auskunft bei Kontaktaufnahme: info@medienverantwortung-foerderkreis.de.