Hintergründiges zu arabischen Revolutionen und eine Anekdote zur Interkultur + IMV Termine, IMV Newsletter März 2011

Die Nachrichtenflut aus verschiedenen arabischen Ländern hilft nicht unbedingt, die Ereignisse richtig einzuordnen – vor allem die lokalen Bezüge sind vielen Unbeteiligten oft unklar und in der Kürze der Meldung kaum nachtragbar. Die notwendige Fülle an Hintergrundinformationen können auch wir hier nicht zusammentragen – aber einige ausgewählte Medienbeiträge sollen für die Problematik sensibilisieren. Deshalb hier ein paar Beiträge aus dem Mitgliederforum der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) von ausgewiesenen Orientwissenschaftlern:
http://davo.uni-mainz.de/

Dr. Muriel Asseburg / Dr. Stephan Roll (Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin): „Ägyptens Stunde null? Akteure, Interessen, Szenarien“, http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2011A10_ass_rll_ks.pdf

Dr. Kilian Bälz LL.M. (Amereller Legal Consultants, Berlin, Dubai, Kairo): „Recht auf Reform. Ein gerechtes und wettbewerbsfähiges Wirtschaftssystem in der arabischen Welt braucht soziale Standards und Transparenz“, Zenith Online; http://www.zenithonline.de/deutsch/wirtschaft//article/recht-auf-reform/

Dr. Sabine Damir-Geilsdorf (Privatdozentin der Islamwissenschaft, Universität Bonn): „Unruhen in Bahrain: „Wir sind alle Bahrainis – keine Sunna, keine Schia!“, http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1509/i.html

Dr. Thomas Demmelhuber (Wissenschaftlicher Angestellter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Erlangen-Nürnberg):  „Politischer Umbruch in Ägypten: Mubaraksystem ohne Mubarak?“, http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1506/i.html

Björn Bentlage M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Seminar für Arabistik und Islamwissenschaft, Universität Halle-Wittenberg): „Bayn al-‚Asrayn – zur anstehenden Verfassungsänderung zwischen den Republiken“, http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/bayn-al-asrayn-zur-anstehenden.html

Dr. Markus Loewe (Senior economist, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn): „Arabische Revolten – Tunesien hat mehr Chance auf Demokratie als Ägypten“; http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-02/aegypten-tunesien-reformfaehigkeit

Menno Preuschaft (Exzellenz-Cluster „Religion und Politik“, WWU Münster): „Was von Tunesiens Islamisten zu halten ist“. http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2011/feb/Gastbeitrag_Preuschaft.html

Prof. Dr. Werner Ruf (Politikwissenschaftler, Univ. Kassel): „Politikwissenschaftler zu Demokratiebewegungen in Ägypten“:
http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/ein-fanal-arabische-welt-1119353.html

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Eine gute Analyse der wirtschaftspolitischen Implikationen der Umsturzbewegung in Ägypten und darüber hinaus auf Al Jazeera English:
http://english.aljazeera.net/indepth/opinion/2011/02/201122414315249621.html
„If the January 25th revolution results in no more than a retrenchment of neoliberalism, or even its intensification, those millions will have been cheated. The rest of the world could be cheated as well. Egypt and Tunisia are the first nations to carry out successful revolutions against neoliberal regimes. Americans could learn from Egypt. Indeed, there are signs that they already are doing so. Wisconsin teachers protesting against their governor’s attempts to remove the right to collective bargaining have carried signs equating Mubarak with their governor. Egyptians might well say to America ‚uqbalak (may you be the next).“

Man ist ja gerne geneigt, den Anderen zu unterstellen, dass sie ohne „unsere Errungenschaften“ nicht könnten – so werden beispielsweise Facebook und Twitter zur Revolutionsmotoren stilisiert, als hätte es zuvor keine Mobilisierungsmöglichkeiten gegeben und das Faktum ignorierend, dass in den genannten Ländern nur wenige – vor allem schichtenspezifisch – Zugang zum Netz haben…
Reliables dazu hat Khaled Hroub verfasst: http://www.iemed.org/anuari/2009/aarticles/a267.pdf Natürlich dürfte ich in den letzten zwei Jahren seit der Publikation wieder einiges verändert haben, aber man tut gut daran, die sozialen Gegebebenheiten vor Ort nicht auszublenden.

Natürlich will man Wechselwirkungen nicht ausschließen. Etwa die Demokratie scheint – trotz ihrer Nichtkonsequentanwendung „hier bei uns“ – weltweit populär!
http://www.zeit.de/2011/09/P-Scharia

Ja und umgekehrt gibt es auch Befruchtungen durch Kulturkontakt – so zum Beispiel die Sache mit den Schuhen – und ihre Symbolik ;-))
Wir erinnern uns an den Schuhwurf auf George Bush durch einen irakischen Journalisten, der Bush damit für seine Verbrechen gegen das irakische Volk düpieren wollte:
http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/2036855/George-Bush-attacked-with-shoes-by-Iraqi-journalist-Muntadar-al-Zeidi-at-a-press-conference-in-Baghdad-Bush-shoes-video.html – was den Schuhwerfer zum Helden machte und ihm Gefängnis einbrachte und
was diverse Medienprodukte anspielender Art nach sich zog:
http://jazarah.net/blog/the-bush-shoes-mania-cartoons-and-online-games/
Und nun tauchen Schuhe als Signal bei der Demo gegen zu Guttenberg in Berlin auf…
http://brightsblog.wordpress.com/2011/02/28/mit-schuhen-gegen-den-lugenbaron/
aber hierzu wurde nun soviel berichtet, dass wir uns da nicht weiter einmischen müssen!

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IMV Termine

10.03.2011

  • Berlin
    • Jugendbildungsstätte Haus Kreisau
    • Interne Fortbildung: Medienbildung für Jugendliche
    • Haus Kreisau, Sakrower Kirchweg 79, 14089 Berlin
    • Veranstalter/weitere Infos bei:
      Haus Kreisau

09. – 13.03.2011

  • Berlin
    • LiMa – Linke Medienakademie
    • 11.03.2011, 13:00 Uhr
    • Medien und Demokratie
    • Hochschule für Technik und Wirtschaft, Campus Wilhelminenhofstraße, Roter Salon
    • Veranstalter/weitere Infos bei:
      LIMA

13.03.2011

  • Augsburg
    • Frauenforum Aichach-Friedberg
    • 10:30 Uhr
    • Internationale Frauensolidarität und Emanzipation im Zeichen der Globalisierung
    • Remise im Wittelsbacher Schloss, Schlossstraße 21, 86316 Friedberg
    • Veranstalter/weitere Infos bei:
      Stadt Friedberg