Stille Wahlkampfhilfe für die angeblich Unerwünschten + IMV News, IMV Newsletter Oktober 2017

Schlechte Publicity ist besser als gar keine Publicity“ nur diese Weisheit scheint sich bei unseren Medienmachenden noch nicht herumgesprochen zu haben. So sagt Rainald Becker, es sei nicht die Aufgabe der ARD, eine Partei groß oder klein zu machen. Dabei bemerkte er nicht, dass er selbst genau dies getan hat – etwa in der Elefantenrunde am 24.09.17, wo er die von Katja Kipping monierten unterbelichteten Themen mit dem Satz wegfegt: „Na das hat ihnen ja auch nichts genützt“ anstatt sie aufzunehmen, und statt dessen direkt wieder auf die Agenda derer eingeht, die angeblich nicht von den Medien mit großgemacht wurden. Ab Minute 20:55 https://www.youtube.com/watch?v=yOddv7qtwCA Dies entspricht genau dem, was wir im sog. Kanzlerduell schon sehen konnten, wo die Themensetzung ebenfalls der Vorurteilsstruktur der Interviewenden entsprach. Man hätte auch den Erkenntnissen des Monitors, die sich allerdings auf die Talkshows beschränken, bereits Taten folgen lassen können, und die eigenen Themenstellungen überdenken. Statt dessen gehen Nachrichtenformate, Kommentatoren und besonders engagierte Journalisten wie Matthias Meisner vom Tagesspiegel auf jedes Hölzchen und Stöckchen ein, das ihnen vor die Tastatur geworfen wird. Die medienkritischsten Töne beziehen sich allenfalls auf facebook, während man an die Wirkung der eigenen kritischen Kommentierung glauben möchte: Deutschlandradio Sendung @mediasres vom 26.09.17 15:36 Uhr Verneinung erkennt aber das Unterbewusstsein nicht – auch jede Verneinung suggeriert Relevanz und bedeutet Verstärkung. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/afd-im-bundestag-wie-der-rechtsruck-herbei-geredet-wurde-a-1169404.html http://www.sueddeutsche.de/medien/bundestagswahl-sind-die-medien-schuld-am-erfolg-der-afd-1.3682373 http://www.bildblog.de/93372/die-afd-gaertner-der-bild-zeitung-wundern-sich-ueber-die-frucht-ernte/ Man windet sich noch in der Erkenntnis der eigenen Rolle und sucht sich die Wissenschaftler, die einen da entlasten. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/AfD-und-Medien-Eine-Frage-von-Schuld-und-Suehne,afdundmedien100.html Prof. Kai Hafez hat es lange vor der Wahl bereits auf den Punkt gebracht und man kann nur hoffen, dass diese wissenschaftliche Stimme Gehör findet, auch und gerade wenn Medienmachende die Macht haben, sich die O-Töne zum Senden selbst auszusuchen. http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-interview-mit-kai-hafez-medienwissenschaftler-100.html Wer es nicht glauben mag, der kann die theoretischen Grundlagen im Buch „Politisches Framing“ von Elisabeth Wehling nachlesen: https://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=65734 Und wer meint, es ohne Buchlektüre bereits aus dieser Scobel-Sendung herauslesen zu können, dem sei auch die Sendung Scobel vom 21.09.17 auf 3sat in Gänze empfohlen. Nicht zu vergessen: Die vielen Arbeiten zum Thema von George Lakoff und Noam Chomsky. IMV-News Wir bloggen regelmäßig, z.B. hier und freuen uns, wenn die Süddeutsche deswegen nervös wird. Medien-Meinungen zum Beispiel zum Thema Framing. Generationmedien zur Medienbildung.