Digitalisierung von Bildung, IMV Newsletter April 2017

Dass Digitalisierung keine Heilsbotschaft und Garant für Bildung ist, liegt auf der Hand. Digitale Medien sind Tools, also Geräte, wie Bleistift, Radiergummi und Bücher auch. Man kann sie zum Lernen und zum Monstermalen verwenden. Dass eine Frühdigitalisierung sogar das Malenlernen verhindert, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass Kinder und Jugendliche erst persönliche Kompetenzen und vor allem das Neinsagen lernen müssen, bevor man sie in neue Medienwelten begleitet, ist jedem Psychologen klar. Wie aber dieses Wissen vermitteln, so dass sich Bildungskonzepte an den Entwicklungsschritten der Kinder orientieren, und nicht an den Verkaufsinteressen einer Industrie? Bei den neuesten Förderkonzepten aus dem Bundesbildungsministerium scheint sich nicht die Lobby der Pädagogen, sondern die der Computerindustrie durchgesetzt zu haben. Zum differenzierten Umgang mit Bildung und Medien empfehlen wir neben dem Buch „Bildung und Medien“ von Sabine Schiffer noch die Autoren Gerald Lembke und Matthias Burchardt sowie unseren Blog zum Thema mit Einträgen wie – Gamification – was ist das eigentlich? – Merchandising statt Medienkompetenz – Sicherheit in sozialen Medien – Digitalisierung, aber nicht Gerätifizierung Natürlich muss man sich als Eltern und Pädagogen viel Wissen und Praxis aneignen, um bei Bedarf die richtigen Informationen weiterzugeben, aber darauf sind viele Konzepte nicht angelegt, sondern auf die frühzeitige Einführung von Technik und Gerät. Haben Sie Erfahrungen, Erlebnisse, Themenvorschläge, die wir aufgreifen können? Kontaktieren Sie uns unter info@medienverantwortung.de, hinterlassen Sie einen Kommentar auf dem Blog, oder schreiben über unser Kontaktformular – wir freuen uns über Ihren Beitrag.