Panama Papers + IMV News, IMV Newsletter April 2016

Urlaubsbedingt sind wir diesen Monat mit dem Newsletter etwas später dran als sonst: Dafür hochaktuell zur instrumentellen Aktualisierung rund um die Panama Papers.

Jens Berger von den Nachdenkseiten stellt die Fragen, die sich Journalisten angesichts des von langer Hand vorbereiteten angeblichen Scoops eigentlich stellen sollten: www.nachdenkseiten.de/?p=32753

Die Überlegungen von Ernst Wolff gehen da schon in eine eindeutigere Richtung: www.heise.de/tp/artikel/47/47867/1.html

Sebastian Range erwähnt auch weitere Medien, die sich über die Ausrichtung der PanamaPapers-Veröffentlichungen wundern: www.hintergrund.de/201604073917/hintergrund/medien/panama-papers-und-die-mediale-putinophobie.html.

Und in der Tat erinnern wir bei dieser Gelegenheit gerne einmal den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass er bereits eigene Recherchen vorliegen hat, die er zu den „neuen“ Erkenntnissen in Bezug setzen könnte – wie zum Beispiel diese hier vom Plus-Minus-Magazin: www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/wdr/steueroase-usa-100.html
Aber, wie so oft, scheinen die eigenen Recherchen nicht weiter einzufließen in die Nachrichtenformate der ARD. Und Anne Will stellt punktgenau – anscheinend vollkommen unvorbereitet – eine TalkSHOW zum Thema zusammen, so dass alle glauben, sie würden die folgende Woche über wichtige Enthüllungen diskutieren.

Dass Island und Irland im Fokus stehen, die die sog. EU-Hilfskredite mit neokonservativem Wirtschaftsumbau – was mediengängig „Reformen“ heißt – nicht mitgemacht haben, mag Zufall sein, könnte aber auch eine Erklärung dafür liefern, dass sich die „Enthüllungen“ nun so für diese Länder auswirken: Der isländische Ministerpräsident, der seinen Rücktritt und die Auflösung des Parlaments angeboten hat, sagte noch vor kurzem sinngemäß: „The Prime Minister of Iceland has said being outside the EU ‘gives us control’ and was ‘essential’ for the Icelandic economy.“  www.voteleavetakecontrol.org/latest_government_eu_report_designed_to_falsely_engineer_a_climate_of_fear_over_leaving_the_eu.
Wörtlich bei Channel 4 lautete sein Statement: „For us staying outside of the European Union has been very important, even instrumental in getting us out of the economic crisis so it has affected us in positive ways, giving us control over our own natural resources, but also having control over our own legislation and our own currency, which if we had not had that, we would not be in the situation where we are now with a very fast improving economy.“
https://www.youtube.com/watch?v=u9PVSTz-Ozo&feature=youtu.be
Das ist nun vorbei.

Die Recherche wäre jetzt also am Anfang, wie der bereits angelaufene Crash, von dem nun noch ein bisschen die Aufmerksamkeit weggehalten werden kann.

IMV News

Anlässlich der Teilnahme von Sabine Schiffer am Funkhausgespräch des WDR zum Thema „Hass im Internet“, empfehlen wir das Nachhören der Diskussion auf WDR5:
Hier das ca. 1-Stündige Gespräch mit Lorenz Meyer und Reinhard Merkel vom 31.03.2016, durch das Judith Schulte-Loh führte:
http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/funkhausgespraeche/funkhausgespraeche878.html

Und hier finden Sie zur Ergänzung den immer noch aktuellen Fachaufsatz „Grenzenloser Hass im Internet“ zum Thema, der bereits 2010 im Buch „Islamfeindlichkeit“ von Torsten Gerald Schneiders erschien: http://www.springer.com/de/book/9783531174402