Medienbildung – Internet ist nicht alles, aber auch da sind Grundlagen nötig und Festival der Bildung in Erlangen + IMV-Termine, IMV Newsletter Juli 2010

Das IMV wird am Samstag, 3. Juli 2010, auf dem Festival der Bildung in der Erlanger Ladeshalle (Rathaus) mit einem Infostand vertreten sein: http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-48/346_read-20913/ Sie finden uns am Stand Nr. 103 und um 14 Uhr in Vortragsraum 2 – wir freuen uns auf Ihren Besuch! Passend zum Thema widmen wir den Schwerpunkt dieses Newsletters einigen Fragen um die Medienbildung: Medienerziehung beginnt spätestens mit dem Kauf des ersten Bilderbuchs… – aber das gerät zunehmend aus dem Blick – dazu noch einmal der Forschungsstand vom letzten Jahr für das medienpolitische Fachgespräch der Grünen im Bayerischen Landtag als Attachment anbei. Spätestens in der Grundschule beginnt mit dem Lese-Programm Antolin der Druck zur online-Nutzung in den Familien. Für Eltern und Pädagogen beginnt spätestens dann die Beschäftigung mit Fragen von Computernutzung, Internet und Datenschutz. Um das frühe Einüben von der Eingabe persönlicher Daten ins Netz zu vermeiden, sollten bei Antolin etwa Klassenaccounts angelegt werden, die nicht nur die Persönlichkeitsrechte der einzelnen Kinder schützen, sondern auch den Konkurrenzdruck untereinander reduzieren, weil das Leseprogramm dann eine Klassenaufgabe wird. Auf jeden Fall muss spätestens jetzt damit begonnen werden, den Kinder die Nichtpreisgabe privater Daten nahe zu bringen – und sogar noch teilweise die Schulen hierfür zu sensibilisieren. Derlei einfache Tipps findet man auf vielen Beratungsseiten im Netz eher selten bis gar nicht. Das könnte daran liegen, dass sie vielfach von Anbietern gesponsert werden und ein Interesse besteht, Konsum nicht zu reduzieren (klicksafe.de & Co.). Dies könnte erklären, warum bestimmte Dinge offensichtlich nicht Frage gestellt werden bzw. als Selbstverständlichkeit dargestellt werden – was kritischen Eltern und Pädagogen suggeriert, dass sie isoliert seien. Dieses TINA-Prinzip (There is no alternative!) ist aus der Public Relations bekannt und leider entpuppen sich viele der Beratungsangebote im Netz als kommerziell. Auch vor der Entwertung von Eltern und Pädagogen schreckt man nicht zurück, um die eigenen Produkte ans Kind zu bringen, denn es geht um Millionen. http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13665https://www.medienverantwortung.de/unsere-themen/informationsportale/medienlobby-contra-medien-bildung/ Dazu auch noch ein sehr kritischer Beitrag zu einem Angebot namens Klicksalat, beispielhaft für die Nuancen, auf die man achten sollte: https://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/11/20090303_Schiffer_Kommentar-Klicksalat1.pdf Nach der letzten Jugendmedienschutztagung, wo eine Selbstbefragung von Jugendlichen als Studie über Medienwirkungen gewertet wurde und innerhalb der Zielgruppe von 0 bis 26 (sic!) Altersgruppen gegeneinander ausgespielt wurden, verhärtete sich der Verdacht, dass es weniger Jugendmedienschutz als vor allem Medienschutz gibt: Dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man Websiten wie www.jugendmedienschutz.net nutzt oder Stellungnahmen von Prof. Gottberg in den Broschüren der Kommission für Jugendmedienschutz liest (kjm). Das heißt nicht, dass es auch unter den zum großen Teil kommerziell durchdrungenen Angeboten nicht nützliche Tipps gäbe, aber es ist aufwändig, hier den Weizen von der Spreu zu trennen – zumal jede Alters- und Entwicklungsklasse sowie jedes einzelne Kind individuelle Bedürfnisse hat. Genau darum wollen wir Eltern und Pädagogen darin bestärken, sich der Thematik kritisch anzunehmen, denn die Kinder und Jugendlichen, die mit einer umfassenden Technik aufwachsen, bedürfen durchaus und gerade intensiver Begleitung, um sie deren Betreiber nicht auszuliefern. Das beginnt damit, wie mit persönlichen Daten (sowohl eigener als auch anderer) umzugehen ist und endet spätestens damit, Quellen und Wahrheitsgehalt von Botschaften kritisch bewerten zu können. Empfehlungen Informationelle Selbstbestimmung nicht nur für Kinder – unabhängige Informationen im Virtuellen Datenschutzbüro http://www.datenschutz.de/http://www.datenschutz.de/feature/detail/?featid=8 Und wie bei allen Empfehlungen gilt: UNTER VORBEHALT – auch diese gute Seite zeigt, dass man stets mitdenken muss: www.watchyourweb.de – hier kann man ANONYM eine Umfrage machen, welcher „Webtyp“ man sei – und neben vielen nützlichen Tipps finden sich eben auch Profil-Sammel-Angebote wie hier das Forum (Pinnwand), das eine Registrierung erfordert. Vergleichbares gilt für alle folgenden Linkempfehlungen… www.blinde-kuh.dewww.netzcheckers.dewww.chatten-ohne-risiko.de (wir empfehlen da übrigens skype!) professioneller Blog des aufs Netz spezialisierten Juristen: RA Thomas Stadler www.internet-law.de und für diese unabhängigen NGOs: www.mediengewalt.euwww.sichtwechsel.dewww.aktiv-gegen-mediensucht.dewww.rollenspielsucht.de konkrete Beschwerden und sachdienliche Hinweise kann man richten an: www.werberat.dewww.kjm-online.dewww.jugendschutz.net (s.o. ;-)) www.bundespruefstelle.de Wir freuen uns auf Ergänzungen, Anregungen, Kritik… —————————————— Aktualisierung der IMV-Website Rassismus tötet! – leider viele Fälle – Danke für die Infos an Marc! https://www.medienverantwortung.de/unsere-themen/informationsportale/rassismus-totet/ Gastbeitrag: Prof. Jörg Becker – Vortrag zum Islambild siehe s.v. Islamophobie https://www.medienverantwortung.de/publikationen/gastbeitrage/ und weitere Beiträge…

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IMV-Termine Juli 2010 03.07.10

  • Erlangen
  • Nürnberg
    • Pro Dialog – Seminar-Reihe
    • 16:00 – 17:30 Uhr
    • Islam und Medien
    • DITIB Nürnberg Eyüp Sultan Moschee, Kurfürstenstraße 16, 90459 Nürnberg
    • Veranstalter/weitere Infos bei:Ditib Bayern Nord
  • München
    • antiislamische Blogs und Netzwerke
    • geschlossene Fortbildungsveranstaltung
    • 17:00 – 19:00 Uhr
    • Veranstalter/weitere Infos bei:

11.07.1019.07.10Vorschau August 2010 http://www.friedensfestival.org/