Lateinamerika im Fokus von Globalisierung und Hegemonie, aber nicht im Medienfokus, IMV Newsletter Mai 2010

Daniel Munevar Sastre, ein Ökonomen aus Kolumbien, der derzeit in Brüssel im Kommittee zur Reduktion der Schulden der Dritten Welt arbeitet, referierte am Rande des Bankentribunals von Attac am 11. April 2010 in Berlin über die (monetäre) Entwicklung in Lateinamerika: Da kann der Norden vom Süden lernen: Morevo erläuterte, welche Schritte welche Länder Lateinamerikas gegangen sind, um sich aus der von IWF und Weltbank sowie aus der „Umarmung“ von USA und Europa lösen und endlich wieder die eigene Existenz sichern zu können. Letzeres habe die US-Armee bereits mit einem verstärkten Aufmarsch von Militär in den Gewässern Lateinamerikas quittiert, denn vor allem die erfolgversprechende Einführung einer eigenen, vom Dollar unabhängigen, Währung zum Binnenhandel in Lateinamerika – dem sog. SUCRE – bedrohe die bisherige Hegemonie und Rohstoffkontrolle durch die Länder des Nordens, allen voran die USA. Nach wie vor sind 60 Prozent der lateinamerikanischen Banken in den Händen von USA und Europa. Aber hier tun sich neben den politischen Reformen in einzelnen Ländern wie Venezuela, Ecuador und Bolivien auch juristische Möglichkeiten auf, die man zu nutzen weiß. So stellte etwa die Ecuadorianische Regierung fest, dass über zwei Drittel der Kreditverpflichtungen illegal waren und man verhandelte erfolgreich mit den Geldinstituten, so dass auch ein Großteil der Schulden erlassen wurden. Dies war möglich, nachdem etwa Argentinien nach seinem Zusammenbruch einfach einige Jahre den Schuldendienst eingestellt hatte – in dieser Zeit ist nichts passiert, keine Repression, trotz Drohungen. Hingegen ging es vielen Argentiniern eindeutig besser, weil die lokale Wirtschaft gestärkt wurde – ein nachhaltiger Lernprozess, der auch unabhängiger weiter denken ließ. So ist aktuell die Banco del Sur, eine Bank des Südens, speziell von und für Lateinamerika in der Planungsphase, die 2012 ihre Arbeit aufnehmen soll und Konzepte etwa der indigenen Bevölkerung berücksichtigt, die der Natur einen Status vergleichbar einer juristischen Person einräumen. Davon könnte man sich hier eine Scheibe abschneiden, denn es ist eine Binsenweisheit dass man Geld ja nicht essen kann. Ob Kuba in dem Zusammenhang so in den Fokus wegen Menschenrechtsverletzungen steht, darf gefragt werden – zwar sind Menschenrechte nicht optional, dennoch ihre fortwährende Instrumentalisierung ebenfalls bekannt: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32177/1.html Westliche Firmen unterdrücken Widerstand ausgebeuteter Arbeiter – bis hin zur physischen Vernichtung: Coca Cola http://www.alternet.org/story/146579 Thyssen http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/apr/thyssen-423649-sepetiba Noam Chomsky kritisch über die Militarisierung Lateinamerikas: http://hintergrund.de/index.php/20100325781/politik/welt/die-militarisierung-lateinamerikas.html Ob derlei Hochschulinitiativen helfen, wenn sie nicht die Grundstrukturen der Ausbeutung in Frage stellen? http://www.baylat.uni-erlangen.de/de/index_d.php Jean Zieglers Erklärungsansatz: Rezension zum Buch „Der Hass auf den Westen“ http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31335/1.html Joseph Stiglitz bei der Bundeszentrale günstig erwerbar: „Die Schatten der Globalisierung“ – von 2002, aber aktueller denn je http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schatten_der_Globalisierung Ob der Faire Handel da als Gegenmittel ausreicht… ??? http://de.wikipedia.org/wiki/Fairer_Handel Traditionell stark in der Berichterstattung über Lateinamerika: www.jungewelt.de – s.u. > O-Töne aus dem Süden! Gerade angesichts der Tatsache, dass in der sog. Dritten Welt derzeit große Landmassen von Firmen aus dem Norden aufgekauft werden zur monokulturellen Ausbeutung auf Kosten regionaler Wirtschafsstrukturen, deutet auf einen umfassenderen Handlungsbedarf hin – wobei in Deutschland traditionel die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln der Bevölkerung sehr groß ist. —————————— Aktualisierungen auf der Website https://www.medienverantwortung.de/unsere-themen/informationsportale/rassismus-totet/ – 112 Hier werden sie nicht geholfen https://www.medienverantwortung.de/publikationen/gastbeitrage/ – Medienforschung, Wirtschaft https://www.medienverantwortung.de/das-institut/der-prozess/ – Urteil (noch nichts rechtskräftig) https://www.medienverantwortung.de/publikationen/vortragsmanuskripte/ – Friedensratschlag, Feuilletondebatte, Ostermarsch 2010 https://www.medienverantwortung.de/publikationen/kolumne-zaman/ – deutsche Texte der Zaman-Kolumne —————————— IMV went Facebook – Sie finden uns unter „Institut für Medienverantwortung“ http://www.facebook.com/pages/Institut-fur-Medienverantwortung/116854334991466?ref=ts zur Erinnerung: unseren Tweets können Sie unter IMVErlangen auf twitter.com folgen!

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IMV-Termine im Mai 05.05.10

  • Hösbach
    • 9:00 – 12:00 Uhr
    • Mit Klugkeit und Liebe. Qualifizierung im christlich-islamischen Dialog
    • Das Islambild in der medialen Öffentlichkeit in Deutschland
    • Bildungshaus Schmerlenbach, 63768 Hösbach
    • Veranstalter/weitere Infos bei: Institut für Theologisch und Pastorale Fortbildung Freising, Theologisch-Pastorales Institut Mainz

11.05.10

  • Bielefeld
    • 19:00 – 21:00 Uhr
    • Islamophobie: Woher kommt die Angst vor dem Islam?
    • Veranstalter/weitere Infos bei: Islamisches Bündnis der Muslimischen Gemeinden Bielefeld Volkshochschule Bielefeld

20.05.10

21. – 24.05.10

  • Nordwalde
    • 22. Christlich-Islamische Tagung am Pfingstfest
    • “Sozialer Kitt – Was hält Gesellschaft zusammen? Sozialethische Wegweisungen aus christlicher und islamischer Perspektive
    • 22.05.2010, 17:15 – 18:15 Uhr, Impuls und Moderation
    • 23.05.2010, 16:00 – 18:00 Uhr, Atelier
    • Ev. Jugenbildungsstätte Nordwalde, Bispingalle 15, 48356 Nordwalde
    • Veranstalter/weitere Infos bei: Institut für Kirche und Gesellschaft, Bendorfer Forum, Deutsche Muslim-Liga e.V.

28. – 30.05.10

  • Leipzig
    • Wer hat Angst vor Kopftuchmädchen? Erscheinungsformen und Funktion der Islamophobie
    • 29.05.2010, 9:30 Uhr, Die Darstellung des Islam in den Medien
    • 29.05.2010, 18:30 Uhr, Islamophobie als “westliche Integrationsideologie”        Verhängnisvolle Allianzen gegen “den Islam”
    • 30.05.2010, 11:00 Uhr, Antisemitismus und Islamophobie: Strategien für die politische Praxis
    • Rosa-Luxemburg Stiftung Sachsen, Harkortstrasse 10, 04107 Leipzig
    • Veranstalter/weitere Infos bei: Förderkreis demokratischer Volks- und Hochschulbildung, Rosa-Luxemburg Club Leipzig