Klimakrise, Umweltzerstörung oder Friedenspolitik – Newsletter April 2026

Klimakrise, Umweltzerstörung oder Friedenspolitik – Newsletter April 2026

Liebe Interessierte,

passend zu den Kriegsauswirkungen im Nahen Osten, die die ökonomischen, sozialen wie ökologischen Verstrickungen der Weltgemeinschaft deutlich machen, die immer noch auf fossilen Brennstoffen basiert, werfen wir nun einige Schlaglichter auf das immer wieder zurückgestellte Thema: Umweltkrise und Vernichtung der Lebensgrundlagen.

Während in unseren Medien vor allem ein Preisschock Thema ist, leiden andere Menschen bereits jetzt unter noch mehr Hunger und die politischen Verwerfungen durch die aufkommende Wirtschaftskrise werden sich bald messen lassen. „Das Ende der Megamaschine“ von Fabian Scheidler, ein Buch das wir bereits hier empfohlen haben, ist nun auf Englisch erschienen und mit seinem Interview bei den Neutrality Studies verknüpft er nochmal die Linien von Raubbau an der Natur, dem menschenfeindlichen Wirtschaftssystem und die Kriege, die diesem System inhärent sind. Hier ist eine deutsch-vertonte Fassung seines Interviews: https://www.youtube.com/watch?v=IrGpS05m8Os.

Auf Bilder mit schwarzen Wolken brennender Ölanlagen aus der Golfregion verzichten wir hier, weil die Verifikation, was echt und was „aufgepeppt“ oder gar vollkommen manipuliert ist, hier nicht geleistet werden kann. Deshalb sind wir sparsam mit entsprechendem Bildmaterial und empfehlen das auch beim Teilen auf Social Media.

Der sog. Klimawandel ist real und der menschengemachte Teil durch die übermäßige Verbrennung fossiler Stoffe am Ende einer natürlichen Warmphase setzt nun diese fort. Über Klimagerechtigkeit aufzuklären, ist hingegen gar nicht so einfach und reiht sich ein in die enger werdenden Diskursräume, die wir seit Corona und Gaza in Deutschland vermehrt beobachten. In diesem WDR-Interview mit Frauke Rostalski wird die Problematik deutlich: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-frauke-rostalski-wer-soll-was-tun-100.html – die ökonomische Lösung ökologischer Fragen wird immerhin kontrovers diskutiert. BWL ist sicher kein nachhaltiges Konzept, VWL vielleicht schon eher.

Der folgende Textabschnitt entstammt einer Zuschrift, die uns ein Diplom-Geograph zuschickte, um auf seine Tätigkeit in der Sache bei Wikipedia hinzuweisen. Hier in Auszügen aus der eMail:

„Für das Verständnis der wahren Krisentiefe der Menschheit könnte mein Artikel Zivilisationskollaps in Verbindung mit der Theorie der Kippelemente im Erdklimasystem – Wikipedia interessant sein. Zu den klassischen 9 Kippelementen kommen 10 weitere und die Liste wird jährlich länger und die Kipppunkte rücken näher, bei den Korallenriffen und der W-Antarktis, evtl. auch Grönland, sind sie bereits erreicht, der Amazonas-Regenwald steht kurz davor.

Ich stehe für über 80% des Artikels Zivilisationskollaps – Wikipedia. Ich bin der Erste, soweit ich weiß, der u. a. nach  Ländern die THG-bedingten Schäden je Einwohner und Jahr darstellt (aus verfügbaren unstreitigen Daten). An drei der Kippelemente habe ich im o. a. Artikel mitgeschrieben. Zudem ist die integrative Sicht der Donut-Ökonomie – Wikipedia wichtig. Die Verfehlungen des Paris-Abkommens mögen Sie im Countries | Climate Action Tracker nachvollziehen. Kein bedeutendes Land hat je das Abkommen eingehalten, international Aviation/Shipping sind gar nicht Teil des Abkommens ohne finanzielle Strafen (die eigentliche Strafe ist der Verlust der Lebensgrundlagen).

Die Menschen können das alles nicht berechnen und wollen ihr Leben auch gar nicht ändern. Hinzu kommt, dass die Mächtigen am schädlichsten leben, aber am meisten Einfluss auf die Politik nehmen. Selbst wenn die Masse ihr Verhalten änderte, blieben 10% Reiche, die etwa in D für mehr als die Hälfte der Lebensgrundlagenzerstörung sorgen durch ihre ganzen Flüge, Villen, Investments usw. 

Ich glaube also, dass unsere Demokratie gar nicht wirklich funktioniert oder je funktioniert hat, die Verfassung ständig gebrochen wird und in Wahrheit ein paar Großkonzerne plus wenige Banken und die Börse die Politik bestimmen, egal ob FDP, SPD oder Union in der Regierung sitzen und dann jeweils echte Reformen blockieren. Diese Mächtigen der überkommenen Großindustrien verfolgen kurzfristige Interessen…

Die Menschen im reichen Norden haben sich entschieden, sich nicht groß zu ändern und den Süden im Großen und Ganzen im Stich und in den durch ihre Schuld bald kaum noch bewohnbaren Weltgegenden zu lassen, notfalls mit Gewalt. Ob sich das über Jahrzehnte oder ein, zwei Jahrhunderte hinzieht, ist schwer vorherzusagen. Die Chancen der menschlichen Zivilisation, das 21. Jahrhundert zu überstehen, schätzte John Schellnhuber öffentlich 2021 auf 10 %, max. 20 %.“

Da ist einiges Überlegenswertes enthalten, was einen globalen Blick auf das Geschehen wirft, v.a. in Bezug auf Kipppunkte, die unserem linearen Denken widersprechen, weil Reaktionen in der Natur exponentiell – als e-Funktion – ablaufen. Statt hierüber aufzuklären, ergeht dominieren in unseren Breitengraden  Wohlstandsf­­ragen: z.B. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/iran-krieg-nordafrika-100.html. Eigentlich stellt diese Reduktion der globalen Problematik auf „Wohlstand“ eine Kriegserklärung an den globalen Süden dar, wo die Eliten inzwischen wie unsere politische Klasse um Machtfragen ringt, während die Bevölkerung Wasser- und Naturrechte einfordert. Natürlich werden unsere Medienlieblings-Experten, die derzeit auf Militarisierung als Anteils-Strategie setzen, solche Zusammenhänge ausblenden.  

Aber aktuell ist die Krise so sichtbar und nimmt auch medial Raum ein, wofür wir beispielhaft zwei Medienbeiträge verlinken, die die Thematik ansprechen und letzterer diese auch historisch adressiert:

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198597.krieg-in-nahost-kriegsopfer-umwelt-verbrannte-erde-und-saurer-regen.html

https://www.zdfheute.de/politik/ausland/krieg-umweltkatastrophe-oel-munition-natur-iran-ukraine-100.html.

Für die anstehenden Ostermärsche vielleicht eine Überlegung wert, die Themen Ressourcen und Geopolitik, sowie Krieg und Frieden miteinander in Beziehung zu setzen: https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/klimabewegung-und-friedensbewegung.

IMV News

Das Interview der Macher des Medienpodcast der OAZ „Sachlich Richtig“ mit Sabine Schiffer wird in Kürze erscheinen.

IMV Termine

1.-3. Mai 2026 Erfurt

Die Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung lädt ein: Gut informiert? Frieden und Kriege in den Medien

Programm und Anmeldung: https://www.dietrich-bonhoeffer-verein.de/site-dbv/assets/files/1/faltblatt_flyer_tagung_2026_final2.pdf

Weitere Termine: https://medienverantwortung.de/2026/02/01/termine-2026

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